Presse Léon

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Léon kämpft ums Überleben

28. August 2008 | Von Frank Höfer

Er ist der Sohn einer Polizistin aus Lauenburg an der Elbe, und er ist schwerkrank: Léon hat Leukämie. Um dem Sechsjährigen zu helfen, wird dringend ein Stammzellenspender gesucht.

Léon Bührke

Léon Bührke

Der kleine Léon braucht Hilfe: Eine Stammzellentransplantation ist für den an Leukämie erkrankten Jungen die einzige Heilungschance. Foto: privat

Am Sonnabend hätte für ihn ein neuer Lebensabschnitt beginnen sollen. Léon Bührke sollte eingeschult werden. Stattdessen kämpft der Sechsjährige mit dem Tod. Der Junge aus dem niedersächsischen Hohnstorf, dessen Mutter als Polizistin in Lauenburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) arbeitet, leidet an Leukämie. Derzeit wird er im Kinderkrebszentrum am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf behandelt. Seine Chance, den Blutkrebs zu besiegen, ist minimal - doch es gibt sie. "Eine Stammzellentransplantation ist die einzige Möglichkeit", sagt Claudia Daniels (29), eine enge Freundin der Eltern von Léon, Tanja (36) und Alexander (40) Bührke.

Mit gesundem und passendem Knochenmark als letzter "Medizin" hat selbst ein Hochrisikopatient mit akuter Leukämie eine Überlebenschance von 50 Prozent. Ohne einen solchen Schritt beträgt sie lediglich fünf Prozent.

Typisierungsaktion am kommenden Sonntag

Grund genug, eine Blutspendenaktion für Léon zu starten. Die deutsche Sektion der International Police Association (Ipa) ruft ihre Mitglieder dazu auf, am kommenden Sonntag nach Lauenburg zu kommen. Im Katastrophenschutzzentrum der Stadt an der Elbe (Reeperbahn 33, 10 bis 16 Uhr) können sich Freiwillige zwischen 18 und 55 Jahren typisieren lassen. Dazu werden ihnen wenige Tropfen Blut abgenommen. Für die Teilnehmer der Typisierung ist die Aktion gratis - die Kosten übernimmt die allein auf Spenden angewiesene Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Mehr als 1,7 Millionen potenzielle Lebensretter sind in der gemeinützigen Gesellschaft bereits registriert - und jeder weitere könnte nicht nur Léon helfen, sondern auch vielen anderen Leukämiepatienten in ganz Deutschland, die dringend ihren "genetischen Zwilling" suchen.

Bei einer Routinekontrolle kam der Rückschlag

Im Mai 2006 war die Krankheit bei Léon erstmals festgestellt und zunächst erfolgreich behandelt worden. Die erste Therapie endete im Oktober 2007. Dem Jungen ging es danach gut, er spielte Fußball und lernte schwimmen. Bei einer Routinekontrolle Anfang Juli dann der Rückschlag: Die Blutwerte waren wieder schlecht, neue Krebszellen breiteten sich aus. Für den lebenslustigen Léon, der fasziniert ist von Eisenbahnen und am liebsten mit dem ICE fährt, begann der Kampf gegen die Krankheit von vorn.

"Wir wollen möglichst viele Leute animieren, sich in die Datei aufnehmen zu lassen", sagt Claudia Daniels, eine Kollegin von Léons Mutter. Die Polizeiobermeisterin hofft, dass am Sonntag nicht nur Polizisten an der Aktion teilnehmen. "Wir können jeden Bürger gebrauchen, ob Mann oder Frau." Wer es nicht nach Lauenburg schaffe, könne sich mit einem Speicheltest, den die DKMS verschickt, auch zu Hause typisieren.

Informationen zur Typisierung per Speicheltest bei der DKMS in Tübingen, 07071/943-0. DKMS-Spendenkonto für Léon Bührke bei der Sparkasse Lüneburg, Kto: 160 109 44, BLZ: 240 501 10.