Presse Léon
ln-online/lokales vom 07.09.2008
In Lauenburg, wo sich am vergangenen Wochenende fast 1300 Menschen als Stammzellenspender hatten typisieren lassen, ist die Erleichterung überall zu spüren. "Wir sind einfach nur begeistert und unheimlich erleichtert", sagt Bürgervorsteher Andreas Lojek. Als Polizist in Lauenburg und Kollege von Léons Mutter Tanja kennt er den kleinen Patienten persönlich. "Ich war von der Hilfsbereitschaft der Mitmenschen hier überwältigt. Für unsere kleine Stadt war das enorm. Dass jetzt auch noch ein Spender gefunden worden ist, gibt uns allen hier Hoffnung und wir drücken die Daumen", sagt Lojek.
Daumendrücken, dass der vor neun Wochen erneut an Blutkrebs erkrankte Léon nun auch die weiteren notwendigen Operationen überstehen wird. Im Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg wird er derzeit auf die Transplantation vorbereitet. Léons Eltern Tanja und Alexander wachen dabei fast ununterbrochen an seinem Krankenbett und geben ihrem tapferen Sohn Zuspruch. Für die schwierige Transplantation müssen die schädlichen Zellen im Blut durch Chemotherapien zunächst vollkommen abgetötet sein. Das Zeitfenster zwischen Spende der fremden Stammzellen, die entweder aus dem Beckenknochen entnommen werden oder in einem Dialyse-ähnlichen Verfahren vom Spender gewonnen werden, und der Transplantation in Léons Körper ist dabei sehr eng.
Wer der Spender ist oder woher er kommt wird zum Schutz des Spenders und des Patienten von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) grundsätzlich geheim gehalten. "Wo der Spender gefunden worden ist, ist doch auch völlig egal. Wir drücken einfach nur die Daumen, dass Léon möglichst bald wieder zu Hause ist", sagt Lojek. Eine ganze Region hofft mit ihm.
Von Holger Marohn